Cabo verde (Kapverdische Inseln) oder ganz kurz: CV


Zum ersten Mal durfte ich nun Kap Verde kennenlernen. Für mich waren diese Inseln total Neuland.

Mit extrem vielen Eindrücken kam ich nach Hause. Wir waren 6 Fotografen mit dem selben Ziel: Vögel auf Cabo Verde zu fotografieren. Dies war unser Hauptziel.

Hätte mich der Zöllner gefragt ob ich was zu verzollen habe, meine Antwort wäre gewesen: tausende von Fotos 😉

Es sind so viele Eindrücke, dass es schwer fällt an einem Punkt zu beginnen.  Ich denke das Naheliegendste ist die Reise und was sicher einige von euch interessiert: das Equipment und wie fliegen damit.

Ich flog von Zürich bis Lissabon und von dort nach Praia, der Haupstadt von Santiago. Eigentlich kamen wir nachts um 1 Uhr an, aber wegen Visum einholen und Auto welches nicht ansprang, wurde es fast 4 Uhr bis wir im Ecotec Haus waren.

Mit im Gepäck: Die D 5, die D 500 als 2. Body, die 500 er Festbrennweite, 200-500 Zoom, 70-120, Weitwinkel und das geniale 300mm PF. Dazu 2 Konverter etc.  Für den Hauptflug war ich gut im Gewicht mit dem Koffer. Rucksack war übergewichtig, interessierte niemanden. D 5 plus Festbrennweite waren im Rucksack. Als Handtasche diente erneut meine National Geography Tasche mit dem 2. Body plus 300 Festbrennweite, plus Windowstablet 10 und iPad. Natürlich war hier zuviel Gewicht, war aber kein Problem.

Als wir mit dem Inselhopper nach Boa Vista flogen, liessen wir aus dem Koffer Etliches zurück da man nur 20 Kg mitführen darf. Die Rucksäcke mussten hinten im Flieger verstaut werden, quasi, dort wo die mini Bordküche ist. Rucksack war abgeschlossen, somit kein Thema. Die waren auch gut bewacht vom Kabinenpersonal.

Jede Insel hat einen eigenen Charakter. Also so normal als Tourist hingehen würde ich nicht empfehlen. Auf Santiago gibt es kaum Tourismus, auf Boa Vista schon aber eher einfach um am Meer zu liegen. Man kann schön wandern oder klettern, aber eben, es gibt nicht so viele Sehenswürdigkeiten.

Aber für Vogelfotografie ist es schon toll. Es gibt dort doch einige Vögel wo man nur noch dort sieht. Die Gebiete sind: Küste mit Felsen, Sand-oder Steinwüste, Oasentäler, Lagunen und Salzseen.

Und leider hält die Kriminalität Einzug und es ist gefährlich als Tourist alleine loszuziehen. Wir waren nie alleine im Ansitz oder sonst wo. Entweder war ein einheimischer Guide dabei oder der Fahrer vom Auto. Es wurden schon viele Touristen überfallen und ausgeraubt. Plötzlich kann eine Bande vor einem stehen mit vorgehaltenem Messer und klauen alles was wertvoll ist. Wenn man Glück hat wird man nicht niedergeschlagen und kommt mit dem Schrecken davon.

Man kann aber für einen Tag einen Fahrer mieten und diesen bitten in der Nähe zu bleiben. Es wäre dann aber gut wenn man entweder Portugiesisch, Italienisch oder Französisch spricht.

Herausforderungen: da war sicher mal die Frage des Lichtes. Im Februar ist es immer schön. Tagestemperaturen so um die 26-28 Grad. Vom Meer her kommt eine Brise bis starker Wind. Der rüttelt dann am Stativ oder wenn man an der Küste freihand knipst muss man stark dagegen halten. Also Langzeitbelichtung konnte ich total knicken.

Da es so nahe am Äquator ist, wird das Licht so ca. um 11 Uhr oder gar früher schon zu hart. Mir hätte es gepasst, morgens noch früher los und um 10:30 Ansitz abbrechen. Um 16:00 ging es dann wieder los. So um 17:30 war das Licht herrlich.

Nächste Herausforderung welche Linse wo. Für die Weissbauchtölpel eignete sich bei mir die Festbrennweite 300mm da sie sehr nahe kamen. Stativ war auf dem schaukelnden Boot kein Thema.

Bei den Rotschnabel Tropikvögeln war die Schwierigkeit die Geschwindigkeit, dass das Auge im Licht ist da er einen dunklen Augenstreif hat etc. Findet mal den Wüstenrennvogel oder die Wüstenlärche in der Steinwüste. Da waren etliche Augenpaare gefragt die gut sehen. Einige sassen hinten auf dem Pick up und spähten in die Wüste ob sich da was bewegt.

Am letzten Tag wurde ich gefragt welches MEIN Vogel dieses Trips war. Hm… kann ich echt nicht sagen. Ist der einmalige Tropikvogel, der Cap Verde Eisvogel, der Wünstenrennvogel, der seltene Purpurreiher bournei, eine Unterart des hiesigen Purpurreiher, stark gefährdet, oder Wellenastrild. Ich kann es echt nicht sagen, bin von Allen begeistert 🙂

Meine Empfehlungen: Februar ein guter Monat zum reisen, Equipment: lange Linse, mindestens 500 mm und noch Konverter, Weitwinkel für Landschaft, normale Linse für allenfalls Street oder Portrait, und Zoom für Weissbauchtölpel. Auch das Macro ist vorteilhaft, gibt es doch schöne Pflanzen und Insekten.

Es werden nun laufend Vögel gepostet werden sobald ich wieder bearbeitet habe. Küstenvögel, Limikolen, Wüstenvögel und und… also bleibt am Ball 😛 im nächsten Beitrag stelle ich den endemischen Eisvogel von CV vor.

santiago_01

Blick von unserem Haus. Der Sand ist schwarz vom Vulkan her.

santiago_02

Grosser Canyon bei Cidade Velha in Ribeira grande.

 

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7 Kommentare

  1. Moin Thee,
    Respekt, daß du bei dieser tollen Landschaft auch noch ein Auge für das Federvieh hattest. Ich glaub ich wäre oft abgelenkt. 😀
    Dein Handgepäck liest sich ja monströs. 2 Gehäuse und die großen Tüten… hat niemand in die Taschen geguckt? Zum Glück mußte anscheinend nix auf die Waage, hätte sonst evtl. zum Problem werden können. Mit der Kriminalität ist nicht schön, besonders wenn man solche Fotowerte mit sich rumschleppt. Also wohl nur mit Aufpasser. Schade 😦 Zumindest ward ihr als Gruppe unterwegs, das sollte dann vielleicht etwas entspannter sein, als ganz alleine.
    Ich könnte jetzt aus Neugier nach den Vögeln googeln, aber ich warte dann doch lieber auf das, was du so zeigen wirst. Wird wohl eine kleine Herausforderung beim Sortieren sein 🙂
    LG kiki

    • Hi Kiki

      Ja, wir waren alle monströs unterwegs. Ausser einer, sie ist Ornithologin und guckt nur. Sie hat dann ihrem Mann Sachen getragen 😉

      Manchmal war man alleine. Am ersten Tag bekamen wir Uebersicht was sich an der Lagune tut ( sehr nahe beim Haus wo wir wohnten ) Und ebenfalls am Stausee in der Nähe wo sich sehr viele Arten tummeln. Ab und zu teilten wir uns auf und jeder ging dorthin wo er Lust hatte. Aber eben mit Aufpassperson.

      Dies war aber auch andersweitig gut. Sie erzählten im Dorf was wir machen und es entsteht mehr Verständnis. Einmal kam auch der Kleine vom Fahrer mit als er schulfrei hatte. Wir waren ein Vorbild für ihn wie wir unseren Picknick Abfall wieder einpackten und nicht einfach wegwarfen etc.

      Nein, da wurde nichts gewogen. Wie gesagt, im kleinen Inselhopper mussten wir die Rucksäcke hinten lassen. Aber das war kein Thema. Jemand vom Personal war immer dort und der Rucksack war verschlossen mit Schloss! Einmal hob mir die Dame am Flughafen kurz den Rucksack am Rücken an, und befand dies dann als okay:-D

      Nun, du hast Recht, alles gleichzeitig zu fotografieren geht bei mir nicht. Wäre anders gewesen, wäre ich 4 Wochen dort gewesen. Dann hätte man sagen können, okay, nun 2 Tage bloss Landschaft und die grosse Tüte nicht mitnehmen. So gab es bei mir halt bei Landschaft Abstriche weil mein Hauptanliegen schon die Viecher waren.

      Ja, es werden etliche Vögel gepostet werden und es wird auch noch mehr Landschaft kommen und ein bisschen Street.

      LG Thee

  2. Hallo Thee,
    ich freue mich, dass du/ihr ein solch schönes Ziel anstreben konntet. Es muss eine ganz besondere Reise gewesen sein, von der du sicher noch lange träumen wirst.
    Auf den endemischen Eisvogel als nächsten freue ich mich schon sehr.
    LG Ruth

    • Hallo Ruth

      Ja, es war in der Tat sehr speziell. Wir haben sehr einfach gelebt. Als ich auf Boa Vista, eines der wenigen Touristen Resorts gesehen habe, wie die Touristen von morgens bis abends im Liegestuhl lagen, war mir dann mein Abenteuer doch lieber 😉

      Ich habe viel von der Insel gesehen. Aber wie gesagt, die nächsten Blogeinträge werden euch Impressionen liefern.

      LG Thee

      • Hallo Thee,
        dein Empfinden des Touristen Resorts kann ich gut nachvollziehen, da ich auch am Allerliebsten in der Natur bin. Wir sind nicht umsonst Camper, und halten uns dort auf, wo wir die Natur genießen können.
        LG Ruth

      • Hi Ruth

        Nun, jedem das $eine. Wem es gefällt, den ganzen Tag im Liegestuhl zu liegen um dann das Buffett zu plündern. Diese Touristen haben nie und nimmer was von Land und Leute gesehen.

        Aber es muss jeder selber wissen was für ihn passt, gell.

        Diese Ferien waren sicher nicht zum ausruhen, aber es war positive Arbeit. Nach dem Nachtessen wurden Bilder auf’s Laptop transferiert und Cameras bereit gemacht für den nächsten Tag.

        Egal ob im Ansitz oder auf der Pirsch, man ist ständig beschäftigt die Einstellungen anzupassen. Oder sich die Augen aus dem Kopf zu starren für die Wüstenvögel. Dazu kommen dann noch Beiträge.

        LG Thee

      • Hallo Thee,
        das geht mir selbst zu Hause so. Die Lichtverhältnisse sind immer wieder anders, wenn auch nicht so extrem wie dort, wo du warst.
        Aber, das gehört dazu und ja auch spannend.
        Dir weiterhin so viel Freude bei diesem herrlichen Hobby.
        LG Ruth

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