Am Ende der Welt


Nun, meine 12. Canada Reise liegt nun auch schon wieder 2 Wochen zurück. Auch diesmal ging es in den Osten. Da das Land so riesen gross ist, man hat nie alle Bereiche gesehen. Unsere Route führte uns von Montreal Airport bis Pointe-Parente. Dort hörte nämlich der geteerte Highway auf 🙂

Die Strecke Montreal bis Tadoussac kannten wir schon. Dort machten wir schon ein paar Mal WhaleWatching. Der nächste grössere Halt war Baie St. Paul, wunderschönes Städtchen mit viel Charme. Danach kam der eher mühsame Teil, mein Reisepartner wurde ziemlich krank und ein Teil unserer Pläne fiel ins Wasser. Unsere Hauptdestination war Havre St. Pierre, mitten im Nationalpark Mingan. Dieser Teil liegt bereits im Ästuar dieses grossen Stromes. Man sieht nur noch Wasser, ohne Horizont. Dort liegt auch der gleichnamige Archipel Mingan mit zig vorgelagerten Inseln. Dort erzählen dutzende Monolithen etwas Zeitgeschichte.

Bereits ab Baie Comeau hat man das Gefühl alleine auf der Welt zu sein. Da fährt man auf dem Highway und 2 Stunden kommt kein Auto entgegen. Zuerst ist es Berg-und Talfahrt mit viel Wald. Doch bald mal erreicht man die Tundra wo auch nur noch Fichten wachsen. In Havre St. Pierre blieben wir gleich eine ganze Woche, es war sooo schön. Mit kleinen Booten wird man auf einzelne Inseln übergesetzt. Wir besuchten die Insel Perroquet, Quarry und Niapiskau. Mich interessierten natürlich die Vögel.

Die Gezeiten sind dort sehr stark und die Tide geht weit ins Landesinnere hinauf. Wir fuhren ja alles dem St. Lawrence River entlang. Bei Ebbe setzte er Sandbänke frei mit viel Seetang. Dort tummelten sich hunderte, gar tausende Limikolen. Als mein Reisepartner tagelang schlief, setzte ich mich einfach in den Sand und knipste. Vorwiegend hatte es Amerikanische Sandregenpfeifer im Brut-oder Schlichtkleid, Steinwälzer, Wiesenstrandläufer, Sanderlinge und enorm viele Grosse Gelbschenkel. Dazu noch viele Waldsänger und Vireos. Dann hatte ich auch Glück und konnte Kanada-Grün-und Nachtreiher knipsen.

Wale haben wir viele gesehen. Aber es gab halt nur die ollen Bilder wenn sie untertauchen und den Rücken mit Flosse zeigen. Leider gab es kein sensationelles Fluke Bild wenn sie tief abtauchen.

Dort auf diesen Inseln hatte ich einfach das Gefühl: hier endet die Welt. Hier ist alles noch in Ordnung. Beinahe keine Menschen, Ruhe, klare Luft, die Natur wird einfach sich selbst überlassen. Es gibt keinen Abfall weil die Menschen die dort wandern noch Anstand besitzen. Leider wird im ganzen Teil nur Französisch gesprochen. Wäre an und für sich auch nicht so ein Problem aber die älteren Leute versteht man kaum. Die sprechen einen grässlichen Dialekt. Hauptsächlich lebt dort aber der Indianerstamm der Innus.

Ich kann diese Reise also allen empfehlen die Natur-Freaks sind, gerne wandern, gerne Wale und Vögel haben. Es gibt einige tolle Motels oder Hotels, mit Camping fährt man aber eher besser. Sommer ist natürlich eine gute Zeit, dann haben aber die Canadier Ferien. Bei uns endete diese Zeit nach einer Woche und es war herrlich ruhig 😛

Diese Reise liesse sich natürlich noch wunderbar erweitern. Z.B. könnte man Richtung New Foundland fahren oder man setzt mit der Fähre über und reist via Peninsula Gaspé am Südufer des St. Lawrence zurück.

Falls sich jemand für den Osten in Canada interessiert, stehe gerne für Fragen zur Verfügung.

Anbei ein paar impressionen von einem fast unberührten Fleckchen Erde. In den nächsten Wochen kommen dann noch die Vögel dazu.

ile-perroquet

Leuchturm auf der Mini-Insel Perroquet

Ile Quarry_01

Eine Nachbarinsel, Ile Quarry mit ihren Monolithen

Ile Quarry_02

Je nach Perspektive sehen die Kolosse immer etwas anders aus.

Ile Quarry_03

Ile Quarry_04

Der Küste entlang sieht es sehr karg aus: Wasser und Steine. Aber gleich hinter meinem Standort gab es Tundra und im Inneren der Insel salziges Marschland wo sich grosse Brachvögel tummelten.

ile-niapiskau_05

ile-quarry

wollte einfach noch viel länger hierbleiben.

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6 Kommentare

  1. Moin Thee, also wenn das das Ende der Welt ist, will ich dort hin. Sieht so schön aus. Ich mag die s/w Bearbeitung mit ihrer Betonung der Formen und Kontraste. Auch die beiden Farbvariationen sind sehr gelungen. Die Zweige, die das Motiv so schön rahmen und ist vielleicht auf dem Leuchtturm noch ein Plätzchen für mich frei? 😉 Die Monolithen wirken fast außerirdisch, eine feine surreale Landschaft. Find’s grandios!
    LG kiki

    • Hi Kiki
      was mir gefiel war diese Ruhe und halt eben Wildnis pur. Ich mag wenn man die Natur sich selber überlässt.
      In der Tat gibt es bei den Monolithen ( sind auf diversen Inseln vorhanden) Landschaften wo man irgend so einen Science Fiction Movie drehen könnte.
      Es hat auf einigen Inseln einen Leuchtturm. Diente früher der regen Schifffahrt. Dort haben wir uns erholt nachdem ja mein Reisepartner sehr krank war.
      Vögel folgen bald 😀
      Liebe Grüsse Thee

      • Nun hat es diesmal deinen Reisepartner erwischt, das tut mir leid. Ich hoffe, er hat trotzdem noch ein klein wenig diese tolle Reise genießen können und auch ein paar coole Aufnahmen eingefangen. Er war ja in guten Händen. Ich habe letzte Woche meine Chinareise abgesagt, da ich auf dem OP Tisch gelandet bin. Jetzt steht Erholung an, da kann ich China mit Rucksack nicht bewältigen. Egal, Hauptsache gesund! Alles andere kann warten.
        LG kiki

      • Oh je Kiki,

        was ist dir denn passiert? Nun, willst du vermutlich nicht über WordPress kommunizieren, gell. Hoffe du kannst die Reise nachholen.

        Nun, musste während 8 Tagen Pflegefachfrau spielen, und ich glaube ich habe erwähnt, bin während 8 Tagen ohne Führerausweis Auto gefahren. Bei der 12. Canada-Reise habe ich ausnahmsweise den Ausweis zu Hause gelassen L

        In diesem Gebiet kontrollieren alles die Indianer, halten einem aber nur an wenn man verbotene Sachen tut. War also schön brav und hielt mich ans Limit.

        Erhol dich gut und trag dir Sorge, LG Thee

  2. Hallo Thee,
    freut mich, dass es Limikolen in großer Zahl für dich gab 🙂 Ich bin sehr gespannt auf die Fotos und weitere Eindrücke! Kanada mit seiner teils noch unberührten Wildnis, das wäre auch was für mich. Sehr interessant, diese Monolithen! Hier könnte ich mir sehr gut Spielereien mit Langzeitbelichtungen vorstellen. Das Wale sich meist eher nicht fotogen zeigen konnte ich auch erst kürzlich in Ligurien erleben – ein Blas, etwas Finne und weg sind sie auch wieder 🙂
    Liebe Grüße,
    Patrick

    • Hi Patrick
      also unberührter wie dort geht gar nicht mehr. Diese Weite fasziniert mich immer wieder. Ehrlich gesagt habe ich nicht so viel Landschaft gemacht. War beschäftigt mit den Vögeln.
      Geplant war Langzeit bei den Monolithen. Nun aber das Problem: das Wasser war teilweise schon spiegelglatt. Die Flut setzt schleichend ein und bringt auch keine Turbulenzen . Die Wale kamen sehr nahe aber konnten offenbar nicht sooo tief tauchen. So aus dem Wasser schnellen tun sie auch eher im Frühjahr. Aber dort hat man Garantie dass es immer Wale hat. Das Fjord Saguenay mündet dort in den St. Lawrence. Es gibt dort quasi einen geschützten Meerespark. Die Dampfer müssen auf der anderen Seite des Stromes passieren
      Und Robben hatte es leider nur die Kegelrobben. Die hatte ich ja auf Helgoland zur Genüge. Die kamen auch sehr nahe.
      Liebe Grüsse Thee

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