AF-S NIKKOR 500 mm 1:4E FL ED VR


In den letzten Monaten habe ich des Öfteren über die Tele Problematik geschrieben. Kurz zur Erinnerung, das Tamron bescherte mir erst zufrieden stellende Ergebnisse, verschlechterte dann nach ca. 9 Monaten die Leistung. Dieses Problem stellt sich bei diversen Tamron Besitzern (150-600), unabhängig ob Canon oder Nikon. Dann habe ich das Sigma 150-600 Sports getestet. Bei diesem funktioniert der Autofokus prima. Die Ergebnisse auf dem Gimbal – Head sind zufrieden stellend. Aus freier Hand geknipst kann ich keine Verbesserung zum Tamron feststellen.

So entschied ich mich nach langem hin und her, mir das AF-S Nikkor 500 mm 1:4 FL ED VR zu leisten.  Dies war ein lange gereifter Entscheid zumal ich doch jede freie Minute irgendwo in einem Naturschutzgebiet bin. Aber es hat mein Konto doch etwas angegriffen.

Nikon hat mit der neuen Technologie der Fluoritlinsen das Gewicht zum Vorgänger doch  um 790 g reduziert. Natürlich ist das doch ein relevanter Punkt.

Da mir 500 mm aber oft oder respektiv meistens nicht ausreichen ( da ich meistens Vögel fotografiere) , benütze ich den Konverter 1.4 dazu,  bin dann also auf 700 mm. Dass ich dann nicht mehr bei f 4, sondern f 5.-6 bin, ist okay.

Die neue Linse wurde nun während ein paar Wochen getestet.

Gewicht: Es ist doch ein Schwergewichter wenn man damit auf die Pirsch geht. Im Lieferumfang gehört der Tragegurt dazu welcher seitlich des Objektives befestigt wird. Mir ist dieser Gurt viel zu kurz, habe das Gefühl er stranguliert mich. So habe ich lange im Internet nach Lösungen gegoogelt. Diverse Firmen bieten  Tragesysteme an um eine optimale Gewichtsverteilung zu erreichen, daher Schulter-und Rücken schonend ist. Das Problem dabei, ein Teil des Gurtes kommt unten an die Stativschelle. Das würde dann bedeuten, jedes Mal wenn man das Objektiv auf den Gimbalhead einspannen will, müsste man dies lösen und den Schlitten für den Gimbal montieren. Diese Lösung wäre für mich mühsam. Eine Variante die einige Fotografen machen, Stativ in den Rucksack einpacken und dann tragen. Trifft man dann aber auf eine Situation wo es doch schnell gehen muss für ein Foto, dauert dies viel zu lange. Irgendwann kam mir die Association, die Linse ist mein Baby, also weshalb nicht im Babyfachgeschäft gucken. Nun verwende ich den Slingring mit Tragetuch. Die Nikon D800 plus aufgesetzte Linse mit Sonnenblende auf, passt gerade knapp rein und ich kann es schräg vor mir tragen. Das breite Tuch verteilt das Gewicht über die Schultern und den Rücken. Nachteil: ich denke nicht dass ein Mann mit solch einem Tuch umherläuft 😀 Mühsamer wird es wenn man das Objektiv auf dem Stativ lassen will weil man alle paar hundert Meter stehen bleibt zum fotografieren.

Qualtität: Das Objektiv ist sehr robust gebaut, die Fluorvergütung weist Staub, Wasser etc ab, beeinträchtigt aber auf keinen Fall die Bildqualität. Die Stativschelle sitzt bestens, da wackelt und rattert nichts 😉 Es wird in einem tollen, abschliessbaren Koffer geliefert, sehr chic 😉 Die Sonnenblende lässt sich super entfernen und wieder aufsetzen. Die Sonnenblende wird mit einer Schraube fixiert. Dies verhindert das versehentliche Abfallen was sonst mit Klickverschluss ab und zu passiert bei Nikon.  Das ganze Gehäuse macht einen guten Eindruck.

Autofokus: Mit dem Autofokus bin ich sehr zufrieden, ohne Konverter und mit dem Konverter drauf. Ich hatte noch nicht manche Situationen wo er langsam war oder etwas Mühe hatte. Er reagiert recht schnell was für mich wichtig ist.

Bildqualität: Ich habe die Linse  aus freier Hand getestet, das heisst mit Konverter. Da sind die Resultate etwas verschieden. Ich bin mir noch nicht schlüssig ob ich weniger ruhig halte da das Gewicht doch höher ist als beim Tamron oder es eben eine Linse für den Gimbal Head ist.  Dann kam das Objektiv auf das Einbeinstativ. Dies ist wesentlich leichter als Stativ mit Gimbal. Der Nachteil, wenn ich die Hände frei haben will ist es etwas umständlich. Aber natürlich hat man doch mehr Stabilität.

So habe ich nun meistens Stativ mit Gimbal Head verwendet. Die Resultate überzeugen mich. Was mir persönlich gut gefällt ist das weiche Bokeh. Aber über die Ästhetik Bokeh möchte ich hier gar nicht diskutieren, das ist ja eh ziemlich Geschmackssache 😉 Es fällt mir einfach auf wenn ich ein Bild auf dem Bildschirm auf 100 % habe.

Bemerkt habe ich eine leichte Vignettierung dies stört mich persönlich aber nicht so sehr. Erstens lässt sich dies im Photoshop leicht entfernen und zweitens muss ich meistens croppen bei Vögeln oder anderen Kleintieren. Beim bearbeiten meiner Bilder von Helgoland bin ich immer wieder baff. Bei den Robben sieht man jedes Sandkorn an den Barthaaren und es lässt sich so richtig plastisch darstellen wie kuschelig das Fell der Babys wohl sein muss.

Stabilisator:

Den Stabilisator habe ich aus freier Hand aktiviert so wie auch auf dem Stativ. Das ist ja je nach Stativ unterschiedlich ob man ihn ausschalten soll oder nicht, ausprobieren heisst die Devise. Obwohl es auf Helgoland zum Teil recht stürmisch war, der Stabi hielt stand.

Faszit: meine persönliche Meinung zu diesem Objektiv: für mich ist es eine Ansitz- Linse und nur im Notfall werde ich sie freihand benützen. Die Cam plus diese Linse ein paar Stunden herumtragen ist mir einfach zu schwer und geht in die Nackenmuskulatur. Die Bilder die auf dem Stativ gemacht wurden überzeugen mich. Zu 95 % ist der Konverter dazwischen da ich ja meistens Vögel fotografiere. Doch auf Helgoland konnte ich den Konverter meistens weglassen da die Robben doch etwas grösser sind. Was man sich natürlich klar bewusst sein muss mit einer Festbrennweite: manchmal ist man zu nahe und kann nicht knipsen. Nicht immer ist man in der Lage nach hinten zu laufen oder hat die Zeit die Linse zu wechsel. So ist mir ab und zu auf Helgoland passiert. Nach hinten ging nicht weil da entweder das Meer war oder ein Riesenbulle. Natürlich wäre die Lösung eine zweite Cam mit einem Zoom. Aber eben, der Sherpa hatte gerade Urlaub;-)

Das Handling gefällt mir, liegt gut in der Hand. Mit dem neuen Rucksack kann ich Cam mit aufgesetztem Objektiv verstauen.

 

Nun natürlich noch ein paar Bilder 😉  Kann mich zur Zeit leider nicht erinnern welches Foto ich aus freier Hand gemacht habe. Kann es aber mal nachposten.

Stieglitz_03

Stieglitz an einer Distel (mit Konverter)

Sanderling_01

Sanderling auf Helgoland (mit Konverter)

Zwergtaucher

Zwergtaucher (mit Konverter)

Robbe_01

Robbe auf der Düne (ohne Konverter)

In meinen nächsten Berichten werde ich über Helgoland berichten und viele Bilder von Robben zeigen. Und dann vermutlich im neuen Jahr, Bericht über das neue Nikkor 200-500 welches mir nun als reine Pirschlinse dient.

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4 Kommentare

  1. Moin Thee,
    ich mußte erst einmal bei „camera size“ nach dieser Linse suchen um mal zu schauen, was du da an deine Kamera schraubst. Zum Vergleich auch meine Combi mit dem 100-400 dazu und bin echt geplättet. Was für ein Monster 😀 aber auf Helgoland bist du ja in bester Gesellschaft. 😉 Mit dem Ding kannst du nebenher noch als Paparazzi arbeiten und die Fotos dann an die Klatschblätter verscherbeln. Dann füllt sich wieder das Konto 😉
    Im Ernst, das ist echt ein Glasklumpen. Respekt für die Verwendung freihand! Aber die Bilder, die mit dieser Linse erst möglich werden entschädigen einen dann doch für die Schlepperei. Aber man muß wohl erfinderisch sein, einfach so mit Kamera am Hals baumeln lassen ist definitiv nicht.
    Wünsche dir weiterhin viel Freude mit deinem Riesenbaby.
    LG kiki

    • Hi Kiki

      Nein, an gewissen Orten mit Wildlife fällt man nicht so sehr auf. Würde mich aber daneben fühlen mit dieser Tüte an den Zürichsee zu gehen. Manchmal ist es lästig, man wird laufend ange quatscht. Andererseits gibt es auch gute Gespräche. Aber wenn ich mich konzentriere arbeite ich lieber ohne Gequatsche.

      Wurde in jüngster Zeit wieder für Fotoshootings angefragt und musste die Leute enttäuschen. Nee, lieber Tiere 😉 Aber so Promis und dann exklusiv verkaufen, he he he. Da muss ich mich dann aber stets mit Anwälten rumschlagen die mich verklagen weil ich klar beweisen kann dass die auch Fettröllchen haben, Falten und und…

      Also freihand geht wenn es gerade aus ist. Aber einen Greifvogel am Himmel, das schaff ich kaum obwohl ich ja nicht aus Pappe bin.

      Nun, die Schlepperei ist manchmal schon mühsam, speziell von Zürich bis Helgoland. Dafür kann man im ICE so viel Gewicht mitschleppen wie man will, ganz toll.

      Bin gerade am Robben bearbeiten. Habe das Gefühl, beim Bullen mit Maul weit offen kann ich sogar Zahnstein erkennen 😉

      Muss einfach noch ein besseres Tragesystem finden. Möchte ja das Unglück nicht herausfordern dass mir das Teil mal runter fällt.

      Na ja, habe wirklich Spass mit meinem Weihnachts-und Geburtstagsgeschenk zusammen.

      Der Abstand zum editieren tat mir gut, habe nun wieder richtig Bock auf die Babys.

      Habe inzwischen quadratische Augen, fahre nun die Kiste mal runter, morgen ist auch wieder ein Tag.

      Grüesse aus der CH, Thee

  2. Hey Thee

    Wie sind uns im September 15 in Jona Stampf, beim Limikolen Fotografieren begegnet.

    Schön zu lesen, dass du nun endlich dein Objektiv „Problem“ lösen konntest.
    Meine Frau hatte mit dem Tamron 150-600, ähnliche Probleme wie du.

    Heute hat sie das Nikkor 200-500 mm, inkl dem 1.4 Konverter und mega happy damit.

    Ich meinerseits, verwende das Nikkor 600mm in Verbindung mit der D4S und dem 1.4, sowie dem 2.0 Konverter.
    Meine Ausrüstung trage ich fast immer, damit ich schnell bereit bin, auf dem Stativ mit Gimbal.

    Schau dir doch mal folgenden Link an:

    http://store.lowepro.com/lens-trekker-600-aw-iii

    Könnte für dich eine gute, zweckmässige und bequeme Lösung sein.

    Wünsch dir weiterhin viel Spass und gutes Licht!

    LG; Sergio

    • Hi Sergio

      Musste schmunzeln als ich deinen Namen las, vermutete gleich dass das du sein könntest J

      Ich denke ich bin nun gut eingedeckt. Für die Pirsch als solches ist Festbrennweite einfach nicht ideal. Machte die Erfahrung dass ich plötzlich einen Vogel sehe aber mit 500 zu nahe bin und keine Rückzugmöglichkeit habe. Auch in der Nordsee bei den Robben im Dezember, oft zu nahe und hinter mir das Meer. Ging schlecht rückwärts zu gehen. Obwohl für die Limikolen bin ich bis zu den Knien in die Nordsee gegangen.

      Nun, leider konnte ich das 200-500 noch nicht wirklich ausgiebig testen.Auf Helgoland wollte ich so wenig wie möglich Linse wechseln. Hatte trotzdem die halbe Wüste im Getriebe. Und nachher habe ich über sämtliche Feiertage gearbeitet, dann war meine Nikon für Grossreinigung in Egg. Dann war auch teilweise das Wetter mies.

      Habe inzwischen auch noch eine neue Cam aber leider gleich Frust. Photoshop CS5 liest dieses RAW File bereits nicht mehr und für CS5 gibt es kein Update mehr. Die wollen dass die Kunden Abos lösen in der CC.

      So dachte ich mir, D800 mit der Festbrennweite und die Neue mit dem 200-500. Ist natürlich federleicht im Vergleich. Und wenn ich einen Sponsor finde, vielleicht die D5 ? he he he

      Brauchte einfach eine Zweikamera für die grosse Reise dieses Jahr wo ich unbedingt flexibel sein muss. Wegen dem Transport des 500 er, kein Problem. Habe einen neuen genialen Rucksack. Da passt das 500 mit Konverter aufgesetzt an der D800 rein plus noch diversen Objektiven, Filtern etc, ganz toll. Wiegt dann halt mit Stativ 15 Kilos. Frag mich nicht wie ich heuer nach Canada reise, noch keine Ahnung.

      Wenn ich jeweils das GANZE auf, resp. über den Schultern trage, habe ich am ganzen Arm blaue Flecken und werde ziemlich oft angezündet was ich wohl gemacht habe;-)

      Freut mich dass deine Frau happy ist. Wünsche euch für dieses Jahr viele tolle tierische Momente und natürlich optimale Bedingungen. Vielleicht trifft man sich wieder mal. Gruess us em Furttal, Thee

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