Val da Camp


… oder verirrt im Nebel…

mit dieser Bildserie schliesse ich meinen Trip in die Berge ab. Zuerst wollte ich von diesem Teil keine Bilder zeigen. Sogar das Editieren trieb mir beinahe Tränen in die Augen. Der Wetterbericht hat sich so dermassen vertan mit der Prognose und wir liefen ins offene Messer.

Wie im letzten Artikel geschrieben, übernachteten wir in Preda damit wir früh am anderen Tag in Sfazù waren. Zuerst mussten wir uns aber in Samedan noch Odlo Unterziehhandschuhe kaufen weil es so kalt war 😦

In Sfazù pickte uns ein Minipostauto auf welches wir reservieren mussten.  Für uns beide war das Val da Camp eine Premiere. Wenn man vom Berninapass das Puschlav hinunterfährt, zweigt dann irgendwann dieses wild romantische Seitental ab. Wie auch beim Lai da Palpuogna, auch hier war es noch eine Woche zu früh für die schönste Färbung der Lärchen.

Wir gingen für einen speziellen Grund in dieses Tal. Es hat zwei wunderschöne Bergseen. Der Lagh da Viola und der Lagh da Saoseo werden immer wieder empfohlen, zu recht.  Ein Landschaftsfotograf gab uns noch den Tipp: morgens ist das Licht am Lagh da Saoseo ganz besonders schön und man sieht im Hintergrund den Piz Palü. Ha ha ha, wir haben gar nichts gesehen.

Schon in Richtung Bernina gab es nur betretene Gesichter: Dicker Nebel! Als wir im Val da Camp bei der Hütte ankamen, deponierten wir unser Gepäck und stiegen zum Lagh da Viola auf. Von Aussicht keine Spur, überall Nebelschwaden. Die Lärchen waren teilweise gefärbt aber ohne Sonne keine Leuchtkraft. Beim Lagh da Viola konnten wir gerademal ein paar Bilder knipsen, danach konnten wir keinen Meter weit mehr sehen. Schlotternd vertilgten wir unsere Sandwiches.

Wir entschieden uns hinuter zu wandern zum nächsten See. Aber auch dort erwartete uns Tristesse. Und das Pünktchen auf dem i erfolgte dann auch gleich noch, es fing an zu regnen. Wir liefen zur Hütte zurück. Natürlich war nicht geheizt und es war einfach nur kalt. So schlüpften wir unter die Decke und warteten bis es Abendessen gab :/

Am nächsten morgen die gleiche Szene und wir fuhren mit dem ersten Postauto zurück nach Sfazù. Zurück über der Bernina, sah es auf Höhe Morteratsch vielversprechend aus. Aber auf halbem Weg zum Gletscher dito. Der Gletscher war eingehüllt in Nebel und es fing an zu regnen.  Beim Rückweg zum Auto gab es noch ein Trostpflaster, einen Wasserfall für Langzeitbelichtung.

Tja, nun weiss ich wie schön es dort ist und ich gehe bestimmt wieder hin.

 

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Der Lagh da Viola ( nun, von Viola nicht viel zu sehen 😉  Man kann nur erahnen wie schön es hier wäre bei blauem Himmel und viel Sonne. Aber es zeigt doch diese schroffe Schönheit.

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Der Weg von der Hütte zum Lagh da Viola führt durch Arven-und Lärchenwald und ist noch ganz ursprünglich.

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Eine Woche später und mit Sonne, das wäre die perfekte Sache gewesen. Zu bemängeln war auch der tiefe Pegel des Sees 😉 Frau hat ja fast keine Ansprüche :/

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Verträumt, romantisch, wild , ist der Lagh da Saoseo eingebettet im Wald. Nun kommt aber das grosse Aber. Normalerweise würde man im Hintergrund den verschneiten Piz Palü sehen 😀

Aber wir hatten wie gesagt nur eine dicke Nebelwand und es fing auch noch an zu regnen. Aber es lässt doch erahnen wie wunderschön die Gegend wäre…

Hier noch ein Link wie es aussehen könnte. So erlebt ich hier das Tal vor 2 Jahren. Link

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Hier dann der nächste Versuch: Wanderung zum Morteratschgletcher. Aber auch hier, Mundwinkel nach unten. Die Herbstfärbung hier war schon recht schön. Aber ohne Sonne geht gar nix!

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Gleich wenn man eintaucht in das Gletschertal, erlebt man eine tolle Wasserfallwelt. Etwas links davon geht ein Weg hoch und man trifft immer wieder auf neue Wasserduschen.

Ich kann diesen Trip nur empfehlen: Rhätische Bahn für Eisenbahnfreaks, Bergseen und das traumhafte Gletschertal. Für das Val da Camp unbedingt auf der Webseite lesen wann die Hütten schliessen und den Fahrplan im Auge behalten.

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Und noch etwas in eigener Sache! Mit diesem Artikel verabschiede ich mich für eine Weile vom Blog. Ich habe ein grossartiges Angebot für ein Projekt welches mir in nächster Zeit sehr beschäftigen wird. Damit mein Zeitmanagement im Lot bleibt, müssen ein paar andere Aktivitäten Federn lassen 😦 Das heisst nicht nur dass ich selber nicht blogge, sonder auch dass ich leider auch eure Artikel nicht lese.

Ich wünsche euch eine gute Zeit und gut Licht

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Kategorien:Natur, Naturschutzgebiete, Reisefotografie, WandernSchlagwörter:, , , , , , ,

2 Kommentare

  1. Moin Thee, dann wünsche ich dir auch eine schöne Zeit und gutes Gelingen bei deinem Projekt. Mir gefallen die Bilder, ich mag es gerne etwas trübe. Hast du dich bei den Bildern mal in s/w versucht? Gerade bei trüben Wetter kann man da oft den Aufnahmen etwas besonderes geben. Mir gefällt die Spiegelung auf dem See und die kühlen Farben dazu. Wie ich sehe, kam auch der Big Stopper zum Einsatz 😉 Die Farbe vom Gebirgsbach harmoniert sehr gut mit den herbstlichen Bäumen im Hintergrund und erst die satte Färbung des Wassers beim Wasserfall! Ich weiß, du hattest ganz andere Erwartungen, hast aber trotzdem schöne Ergebnisse erzielt.
    LG kiki

    • Hallo Kiki

      Nun, manchmal ist trüb ganz schön für Landschaftsfotografie. Aber gewiss nicht im Herbst im Engadin L Dort geht man (Frau) nämlich hin wegen den Farben 😉 Es gefallen mir nur sehr wenige Landschaftsbildern in b/w. Das muss dann aber meist von Top-Profis kommen.

      Viele versuchen die Bilder aufzupeppen mittels b/w.

      Aber eine Landschaft lebt ja oft davon, wie das Licht mit den Farben spielt. Sicher, eine Landschaft in Schottland oder Irland bei Regenwetter kann b/w gut aussehen. Aber meistens sind sie in Farbe noch besser weil eben das spezielle Licht einen tollen Effekt gibt.

      Am besten gefallen mir Landschaften in b/w, z. B. an der Ost- oder einer anderen See, Langzeit mit einem Steg schräg hinaus ins Wasser.

      Tja, Bigstopper tat wieder seine Dienste und du glaubst es nicht: alle Lee Filter noch in einem Stück 😉

      Ich freue mich riesig auf meine neue Herausforderung. Werde gefordert, dabei wird aber mein Bankkonto toll aufgefüllt, resp. meine Fotoequipment-und Reisekasse. Diesen Auftrag konnte ich nicht sausen lassen!

      Wir lesen uns dann irgendwann im nächsten Jahr. Wünsche dir eine gute Zeit, gut Licht und viel Inspiration. Liebe Grüsse Thee

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