Lai da Palpuogna


Für die Nichtschweizer, hier noch eine Erklärung was Lai bedeutet. Lai ist das rätoromanische Wort für See. Je nach Region im Bündnerland, nennt man den See wieder etwas anders. z.B im Puschlav nennen die Einwohner den See, Lagh.

Und sicher wissen alle Leser dass wir Schweizer 4 offizielle Landessprachen haben. Und ich hoffe sehr, das bleibt auch so!

Wie im letzten Artikel kurz angetönt, wir waren mit einem Bergseen -Projekt beschäftigt. Nur haben wir uns das Wetter anders vorgestellt. Meteo Schweiz lag doch etwas daneben, sonst wären wir nicht aufgebrochen.

Nach dem Fotografieren der Bahn, fuhren wir Richtung Preda. Dort quartierten wir uns ein für die Nacht. Zuvor ging es aber noch an den ersten Bergsee, den Lai da Pulpuogna. Der türkis farbene See liegt ingebettet in einer Talsohle, am Fusse des Piz Palpuogna.

Im Herbst ist es natürlich fotografisch besonders reizvoll wenn die goldenen Lärchen mit dem Türkis um die Wette eifern. Aber leider war es noch einen Tick zu früh, das Wetter war nicht optimal und die Lärchen sind heuer auch nicht besonders schön. Aber wen wundert dies nach diesem grässlichen Sommer ? 😦

Wir fuhren noch etwas weiter in Richtung Passhöhe, parkierten und stiegen dann mit 12 Kg Gepäck auf dem Rücken zum See hinunter. Der Pfad war teilweise steil und voller Wurzeln. Ab und zu rutschten wir einfach auf dem Hosenboden ein Stück nach unten.

Die Wanderung um den See herum ist traumhaft schön. Je nach Perspektive zeigt das Wasser eine andere Färbung. Es war nicht nur optisch wunderschön, nein, auch für die Nase ein Genuss. Der Wald, eine Harmonie von Lärchen, Fichten und Arven umhüllte uns mit herrlichem Nadelgehölz -Duft. Überall lagen knorrige Äste und viele Bäume waren bizarr geformt.

Schade, wir hätten eine Wurst mitnehmen sollen. Regelmässig hat es Sitzbänke mit schönen Feuerstellen. Das Licht änderte alle 10 Minuten, so waren wir gefordert und mussten andauernd Einstellungen vornehmen.

Natürlich wünschten wir uns noch eine intensivere Färbung und blauen Himmel. Aber eben, manchmal kann man einfach nicht besser planen wenn man noch andere Verpflichtungen hat.

Aber in Anbetracht was am Tag 2 und 3 kam, da waren wir ja dort oben gerade noch gut bedient mit dem Wetter 😉 Das Beste kam ja zum Schluss. Irgendwie hatten wir die Idee, gerade den Kuhhügel hinauf wäre vielleicht besser als den gleichen Weg zurück zum Auto. Von unten sah es gar nicht so steil aus 😛 Aber der Aufstieg, mit so viel Gewicht am Rücken war höllisch. Nudelfertig kletterte ich über die Abschrankung auf die Passstrasse. Mensch, und nun noch ein gutes Stück hochlaufen zum Auto. Aber manchmal werden Gebete erhört. Ein Bergbauer kam mit seinem Gefährt und vermutlich machten wir einen total fix und fertigen Eindruck. Er hielt an und fragte ob wir mitfahren wollten. In Windeseile setzten wir uns hinten auf die Schaufel vom Bagger und liessen und wie Diven den Pass hochfahren 😛 Das war Klasse und nochmals herzlichen Dank !

Ich kann es allen Naturfreaks nur empfehlen, dort einmal wandern zu gehen. Ev. fährt ihr mit dem Postauto bis Passhöhe und lauft dann hinunter ins malerische Bergün.

Nun möchte ich doch ein paar Impressionen zeigen:

Lai-da-Palpuogna_01

Der Lai da Palpuogna, von der Passstrasse aus gesehen.

Lai-da-Palpuogna_02

Wild romantisch mit vielen Baumstämmen und Wurzeln zeigt sich das Eine Ufer.

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Hier zeigte sich endlich die Türkisfärbung des Sees.

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Das Ufer abwechslungsreich und mit einige Klettereinsätzen gut erreichbar.

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Man kann sich sicher vorstellen wie schön es dort ist. Der Himmel dürfte aber eben blau sein und die Färbung intensiver.

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Wenn die Bise mal kurz pausierte, war das Wasser spiegelglatt und bot eine schöne Spiegelung.

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Knorrige Wurzeln lagen überall am Ufer und konnten gleich mit ins Bild eingebaut werden.

Lai-da-Palpuogna_08

Irgendwann wurde es dann spät und die Sonne konnte das Plateau nicht mehr erreichen. Aber wir sahen blauen Himmel- Yippeeh!

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6 Kommentare

  1. Hallo Thee,
    Das sind doch wunderbare Landschaftsaufnahmen mit super Bildschnitt. Stell dir doch mal diese Wanderung mit schwerem Gepäck bei Sonnenschein vor 😉 Die Farben der Landschaft werden doch wunderbar auf dem Wasser reflektiert, echt toll! Dazu noch ein Landmaschinentaxi, das ist doch ein gelungener Tag. Ich weiß, du hattest andere Vorstellungen, aber mir gefallen deine Aufnahmen wirklich sehr. Ich mag es aber auch eher etwas wolkig.
    LG kiki

    • Hi Kiki

      Danke. Wolkig wäre ja prima. Aber der Himmel war total weiss, ausgewaschen!! Ab und zu drückte doch die Sonne.Das Problem ist, ich kenne die Situation wie es ausschauen könnte L Habe eben das Meteo im TV geschaut, auch die kommende Woche kein stabiles Hoch!

      Die Hütten schliessen am 19. Oktober, somit wäre ein weiteres Problem falls ich übernächste Woche gehen wollte.

      Und ja, das Bergbauer Taxi war meine Rettung!! Aber ich wollte auf nichts vom Equipment verzichten !! Ich brauchte Stativ, normale Linse, Weitwinkel und ich hatte das 600 er dabei. Wir sahen jene Menge Hinterlassenschaft von Rotwild. Aber leider zeigte sich kein brünstiger Hirsch am Wasser J

      Na ja, vielleicht nächstes Jahr…

      Liebe Grüsse Thee

      • Geht es denn garnicht ohne Hüttenübernachtung? Ich könnte mir vorstellen, daß es dort auch im Winter tolle Motive hergibt.
        LG kiki

      • Hi Kiki

        Das Problem ist: es ist ziemlich weit zum fahren von hier. Dazu kommt, es ist fahrverbot von Sfazu aus. Man müsste dann theoretisch erstmals noch lange hochlaufen mit dem ganzen Kasumpel auf dem Rücken. Wenn man bei der Hütte ist nochmals hoch zu den Seen.

        Im Winter dort, nein danke. Ich denke auch nicht dass es dann reizvoll ist. Und mit Schnee wäre es zu gefährlich in den Felsen rumzuturnen.

        Ich denke Frühling ist schön wenn die Lärchen noch so jungfräulich hellgrün sind. Im Sommer blühen all die vielen Alpenrosen und Enziane und eben im Herbst, die tolle Verfärbung. Aber jedes Jahr ist der Höhepunkt etwas anders, je nach Sommer. Somit ist die Planung recht schwierig.

        Und die Hüttenübernachtung an sich ist ja auch schon Highlight, aber nur in Gesellschaft 😉

        Liebe Grüsse Thee

  2. Hallo Thee,
    na das erinnert doch stark an Kanada. Auf jeden Fall wunderschön dort. Und wenn’s im Unterholz knackt ist der Bär los oder unsere liebe Thee sucht nach einem schönen Standpunkt zum fotografieren. Das Foto mit der Spiegelung ist mein Favorit dieser Serie.
    Liebe Grüsse,
    Gilles

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