Kunst oder einfach nur hässlich?


Nun, offenbar haben wir in Zürich wenig ernsthafte Problem welche diskutiert werden müssen 😉

Schon seit etlichen Monaten hat ein Projekt diverse Gemüter erhitzt oder gar zum kochen gebracht. Es geht um den Hafenkran. Nun, die Schweizer wissen wohl alle um was es geht, war genug oft in den News.

Ich möchte aber doch noch die lieben Nachbarn aufklären. Ein Künstler hatte die Idee, Kunst an unserer schönen Limmat zu deponieren. Die Limmat ist der Fluss welcher aus dem Zürichsee fliesst, mitten durch das Herz von Zürich, somit auch der schönen Altstadt.

Der Künstler wollte einen Hafenkran am Ufer des Flusses. Und dieses Kunstwerk kommt grün, verrostet direkt aus Rostock wo es eigentlich verschrottet werden sollte.

So wurde monatelang diskutiert : ist das Kunst oder einfach hässlich. Natürlich ging es auch um die Kosten von Steuerzahlern 😉

Ich wollte mir selber ein Bild machen, mich damit auseinandersetzen. Zur Info muss ich noch erwähnen, es gab Zeiten wo hier Transportschiffe beladen und entladen wurden, so vom Mittelalter bis Ende 19. JH. Zürich lag auch mal am Meer, dies wohl zwei mal. Dies erklärt, dass es also nicht komplett aus der Luft gegriffen wurde.

Mein Statement: ich finde es witzig, diesen Kran mal für ein paar Monate hier zu haben. Es ist natürlich ein grasser Konstrast zu der lieblichen Altstadt links und rechts. Aber Kunst soll ja anregen.

Aber ganz ehrlich, werde auch happy sein wenn er wieder verschwindet! Für immer hier, never!

Macht euch selber ein Bild und es würde mich interessieren ob es für euch Kunst oder eben nur rostiger Schrott ist.

Hafenkran_3

mittein im Herzen von Zürich, umgeben von der Geschichte dieser Stadt

Hafenkran_1

Der Konstrast ist zugegebener Massen schon noch spannend. Im Hintergrund die Wühre und Schipfe und Lindenhof

Hafenkran_2

Aber eben, der Kran darf in ein paar Monaten ruhig seine Endstation erreichen: Schrottplatz

 

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Kategorien:Fotografie philosophisch, StreetphotographySchlagwörter:, , ,

8 Kommentare

  1. Also ich finde es bescheuert für einen alten Kran der nichts mit Zürich zu tun hat Geld auszugeben. Kunst ist das für mich nicht. Allein schon der kostenintensive und ökologisch bedenkliche Schwertransport sollte Grund genug sein solch sinnlose Projekte gar nicht zu genehmigen. Aber das müsst Ihr Schweizer unter Euch ausmachen.
    Liebe Grüsse,
    Gilles

  2. Na ja, hoffe dieser Künstler hat sich für eine Weile ausgetobt. Also die Fotoausstellung ist da schon wesentlich besser.
    schönes Weekend, LG Thee

  3. Hm, mir gefällt der Kran überhaupt nicht. Ich weiß nicht was der da zu suchen hat. Sicherlich gut für die Selbstverwirklichung eines Einzelnen, der Rest fühlt sich wohl eher provoziert. Wenn das allein reicht um als „Kunst“ zu gelten, nun ja, ich kenne mich damit nicht aus.
    LG vom Kunstbanausen
    kiki

    • Tja, vermutlich sind wir Banausen dass wir ab diesem rostigen Stück nicht in Ekstase fallen;-)

      Eigentlich wär’s mir egal aber eben, war mit Gilles im Dialog: was das gekostet hat, mit dem Schwertransporter von Rostock nach Zürich. Dann alles aufstellen etc.

      Schönes Weekend, lg Thee

  4. Der Hafenkran ist keine Kunst. Das ist ein ausrangierter Hafenkran. 1917 signierte Marcel Duchamp ein Urinoir und zeigte es in einer Ausstellung. Das war auch keine Kunst. Das Werk „Fountain“ war ein Objekt aus dem Sanitärbereich. Und dennoch wurde es nebst Arbeiten von da Vinci, Velazquez oder Vermeer zu einem der meist diskutierten Werke der Kunstgeschichte. Wir begannen ein Stück weit anders nachzudenken über die Gegenstände, die uns umgeben.

    Kunst ist ja längst nicht mehr mit ästhetischen Eingrenzungen wie schön oder hässlich zu fassen. Seit es Apparate gibt, mit denen wir die Welt abbilden können, steckt die Mimesis in der Krise. Tolle Malerei hat heute vielleicht weniger mit Kunst zu tun (siehe Fabriken in China voller virtuoser Kunstmaler, die Klassiker kopieren) als ein voller Müllsack in einer schicken Galerien. Und was ist denn heute ein künstlerisches Werk? Etwas von Künstlerinnen/Künstlern geschaffenes: Bilder, Skulpturen, Objekte… ein Essen, eine Wanderung, ein organisiertes Stück Abfall. Zum Beispiel.

    Alteisen in Form eines Krans kann zur Kunst werden. Wenn sich die Künstlergruppe, die ihn (mit Hilfe von zahlreichen Handwerkern und andere Fachleuten) aufstellte, vorher was gedacht hat, dann wird das seine Wirkung entfalten. So wie ich es verfolgt habe, geschieht das auch. Schon im Vorfeld diskutierten die Menschen kontrovers über das Projekt. Und seit das Ding da steht, ist es in aller Munde. Jeden Tag ist der Kran umgeben von Menschengruppen, die staunen, schmunzeln, schimpfen. Es beschäftigt die Menschen. Das ist doch schon sehr viel. Wir sehen, wer sich wie dazu äussert, die Besucher des Krans, die Anwohner, die Politiker etc. Wir lernen auch etwas über uns: wie denken wir darüber, was ist uns wichtig, was ärgert uns, was freut uns, wem hören wir zu, wie nehmen wir diesen Fremdkörper, dieses riesige Stück Alteisen an einem der teuersten Standorte der Welt wahr…? Wir recherchieren und stossen vielleicht auf die Webseite (http://zurich-transit-maritim.ch/de/ahoi/) und langsam beginnt sich der Kran zu drehen…

    Weil der Kran als „Kunstwerk“ dahin gestellt wurde, sprechen wir so darüber. Über Architektur, Marketing-Objekte (die Teddybären, die Cowparade in der Bahnhofstrasse damals) oder ein riesiges Werbedisplay hätten wir anders gesprochen… Ich mag das Teil zwar nicht besonders, spannend finde ich es aber schon.

    Der Hafenkran mag keine Kunst sein – was er aber auslöst, das kann nur die Kunst.

    • Kunst war ja schon immer Geschmackssache. Und sicherlich hat sich Kunst geändert. Aber zum Beispiel ein Bild oder eine Skulptur in einem Museum stört nicht so viele Menschen. Der Kran ist nun mal mitten im Herzen von ZH und stört viele Zürcher die das Bild der Altstadt lieben. Und Touristen mögen ihn mehrheitlich auch nicht und haben den Rost im Pano Bild
      Schönen Sonntag LG Thee

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