Leidenschaft


Wenn ich ein Hobby hatte, dann war es immer pure Leidenschaft. Es war egal welchem Hobby ich gerade nachging. Ich betrieb es dann immer bis ich wirklich leiden musste:-)

Eines meiner Hobbies war das Sammeln von Orchideen. Am Schluss hatte ich 400 Orchideen. Und ich spreche nicht von den Null acht fünfzehn Phalenopsen die man im Baumarkt kaufen kann. Mein Exzess ging soweit dass ich ins Ausland flog oder fuhr wenn gerade eine Börse angesagt war oder ein Händler von Neuguinea mit ein paar Schätzchen kam. Ich möchte nicht gross über das Geld reden, aber so eine Orchidee kann dann gut mal 800 Euros kosten. Zum Teil hatte ich aufgebundene Orchideen wo man beinahe mit der Lupe gucken musste damit man die Blüte überhaupt sah:-) Damit war enorm viel Arbeit verbunden.Die Aufgebundenen mussten benebelt oder besprüht werden, die Pflanzen mussten untersucht werden ob man nicht Wollläuse eingeschleppt  hat usw.  Meine Liebe galt den Orchideen welche man im Winter kühl halten musste. Ein spezieller Raum war mit Natriumdampflampen, riesen Ventilatoren etc. ausgestattet, damit ich den Pflanzen die optimalen Bedingungen bieten konnte. Im Sommer waren dann alle draussen unter einer Schattierung. Ich lernte wie man Orchideen bestäubt, die Samen steril aussät, steril pikiert bis sie zu einer Orchidee heranwachsen.Wenn dann eine Orchidee zum ersten Mal blühte, da konnte man  meine Freudenschreie kilometerweit hören 🙂

Meine ganze Freizeit widmete ich den Orchideen , dem Austausch mit anderen Freaks und viel am Recherchieren.

Ich habe dann alles aufgegeben als ich zügelte. Ich habe hier nicht mehr die Bedingen die es zulassen würden.  Von Zeit zu Zeit kommt doch Wehmut auf. Aber ich kann nicht fotografieren und Orchideen halten, das geht nicht.  Aber ich denke es war eine gute Zeit und jetzt schlägt halt mein Herz für die Fotografie. Im Leben hat immer alles seine Zeit.

Es würde mich nun natürlich gelüsten, diese tollen Blüten mit der D 800 zu knipsen. Diese Bilder entstanden mit einer kleinen Fuji.

Dendrobium fürstenbergianum

Dendrobium fürstenbergianum

cattsemossiae Kopie

Auch die Cattleya mossiae, immer wieder eine Augenweide

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13 Kommentare

  1. Wunderschöne Orchideen.

    Jetzt könntest du – statt sie selbst zu halten und zu pflegen – dorthin fotografieren gehen, wo schönen Exemplare stehen. Oder würde dich das nicht gleichermaßen befriedigen?

    • Hi Marion, hm, vielleicht wäre dies zu gefährlich. Plötzlich nimmt es mir den Aermel wieder rein und ich kaufe mal diese, dann jene, noch eine und plötzlich habe ich wieder den Orchideenvirus:-) Und ich würde wieder leiden weil es meine ganze Zeit auffrisst. Aber wenn es wieder mal eine Ausstellung in der Nähe hat, warum nicht, einfach nur fotografieren. Liebe Grüsse Thee

      • Ach so, du fühlst dich dem Virus gegenüber nicht unbedingt gefeit. Wär natürlich kontraproduktiv, wenn dich die Sammelleidenschaft wieder derartig packt, dass es dir alle Zeit wegfrisst.

        Liebe Grüße
        Marion

      • Genau, so ist es. Es ist wie ein Ex-Alkoholiker, wenn er mal trocken ist, dann sollte er nicht mal mehr ein Mon Cheri essen wo es ein wenig Alkohol drin hat:-D Schönen Tag wünscht dir Thee

      • Du machst mich jetzt aber schon neugierig. Was steckt denn dahinter, wenn einen eine solche Sammelleidenschaft derartig erfasst – sofern du das für dich ergründet hast und sofern du das hier so sagen magst.

      • Hi Nun wie gesagt, es begann mit einer oder zwei Orchideen. Ich habe die früher nie zum blühen gebracht. Dann wurde ich mal aufgeklärt was ich immer falsch machte. Dann kam ich in eine Clique rein und dann ist es passiert. Ich kaufte immer schwierigere Orchideen und an Ausstellungen sah ich natürlich traumhafte Gebilde. Selbst die kleinste Blüte konnte mich faszinieren. Bald war ich in einem Netz verstrickt wo man international mit Orchideenfreaks in Kontakt war. Da wurde getauscht und gefachsimpelt. Und wenn ich mir etwas in den Kopf setze….. Ich wollte es schaffen dass ich selber aussäen kann und dies ohne technisches Labor. Ich kochte mir mein Nährmedium selber, säte im heissen Wasserdampf aus etc. Ich denke die vielen Highlights spornten mich an. Es kam aber die Zeit wo ich stöhnte wenn all meine Freitage draufgingen dass ich nur im Betonkeller war und Orchideen wässerte, besprühte und auf Ungeziefer untersuchte. Im Frühling dann die ganze Zügelte nach draussen wo wieder alle ihren Platz brauchten. Ich habe mir zwar ein Limit gesetzt mit der Anzahl, aber es hiess dann immer: ach, eine geht noch, eine geht noch rein…. Und von Urlaub machen sprechen wir mal gar nicht. Das war immer ein riesen Problem. Mein Sohn handelte dies ganz gut, war dann aber für ihn eine Bürde und meine Nachbarn hatten riesen Angst dass sie eine Kostbare in den Sand setzen. Ich würde es auch als Sucht bezeichnen. Sicher besser als Drogen oder Alkohol und Schuhe kaufe ich mir ja auch keine 🙂 Aber wie gesagt, es ist nun gut so wie es ist und ich stehe Bekannten und Freunden zur Seite wenn sie eine kranke Orchidee haben. LG Thee

  2. Das kann ich gut nachvollziehen. Ein sehr spannendes und zweifellos auch Freude und Stolz bescherendes Hobby. Du sagst, es hat sich zur Sucht entwickelt und zweifellos gibt es „schlimmere“ Süchte :). Hinter einer Sucht steht in der Regel etwas, das man sucht. Was hast du gesucht? Und hast du es immer noch nicht gefunden, weil du fürchtest, du könntest „rückfällig“ werden?

    • Das kann ich kurz und bündig beantworten. Ich suche die Herausforderung. Ich muss immer wieder etwas Neues lernen. Wenn ich es dann mal kann, muss eine neue Herausforderung her. Ich mag es meinen Geist zu beschäftigen. Ich bin auch ziemlich ergeizig, liegt vielleicht am Sternzeichen:-) Das kann sein indem ich eine neue Fremdsprache lerne, Orchideen züchten oder eine Maltechnik erlerne. Die Fotografie hält mich ja nun auf Trab. Da gibt es noch viel zu erkunden. LG Thee

  3. Ich verstehe. Es ist gut, die Herausforderung zu lieben und sich immer neu zu erfahren und kennen zu lernen. Solange es nicht in einen selbst gemachten Leistungsdruck ausartet, sich immer neu beweisen zu müssen und sich nur gut zu fühlen, wenn man etwas „Tolles“ leistet, ist es in Ordnung.

    Viel Freude noch am Fotografieren. Dieses Hobby teile ich. Obwohl ich mich schon manchmal wundere, wie weit du damit gehst. Das muss ja aber nicht schlecht sein. Ich bin einfach anders „gebaut“.

    Sternzeichen Skorpion?

    LG
    Marion

  4. Interessante Diskussion auf Deinen tollen Artikel. Ich finde Menschen die sich einer Sache voll verschreiben können sehr interessant. Ohne Leidenschaft und Hingabe ist es nicht möglich wirklich gute Resultate zu erzielen. Ich bin womöglich nicht ganz so ehrgeizig (besessen??) wie Du, doch etwas haben wir gemeinsam, auch ich brauche immer wieder etwas Neues das mich beschäftigt. Wenn ich dann einmal ein bestimmtes Niveau erreicht habe oder irgendeine Herausforderung gemeistert habe, dann wird das Erreichte in der Zukunft zunehmend uninteressant. Etwas Neues muss her auch wenn ich das Alte dann nicht unbedingt ganz aufgebe. In der Fotografie hat man zum Glück ein sehr weit gestecktes Betätigungsfeld, so dass einem nicht schnell langweilig wird.
    Bin übrigens Zwilling 🙂

    LG, Gilles

    • Hi hoffe mein Boss liest nicht mit und sieht dass ich schon im Internet bin kaum hat mein Dienst begonnen:-) Sieht so aus als wenn wir da gleich ticken. Ich liebe es neue Herausforderungen zu haben. Und genau, die Fotografie bietet ja ein breites Spektrum. Ich bin typischer Steinbock, Geburtstag anfangs Januar hinter mich gebracht.Steinbcke sind bekannt als ergeizig und wenn sie was machen dann mit viel Herzblut. Und Zwillinge sind ja bekannt dass sie immer wieder was Neues brauchen;-) Also ich kann mit meinen Macken leben. Keine Ahnung wie’s mit meinem Umfeld aussieht, he he guet Nacht, LG Thee

      ________________________________

  5. Einen guten Tag euch Zweien, danke für die Auskünfte und den interessanten Austausch 🙂

    Liebe Grüße
    Marion

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