Sigma 50-500 mm für Nikon


Hier nun wie versprochen meine Eindrücke zum Sigma 50-500mm für Nikon. Dieses Objektiv wird auch Bigma genannt, nicht zu Unrecht. In einem anderen Artikel habe ich geschrieben weshalb ich mich für dieses Objektiv entschieden habe.

Hier ein paar technische Fakten:

Lichtstärke (F) 4,5-6,3
Kameraanschluss HSM CA, NA, PA, SA, SO
Kameraanschluss OS CA, NA, PA, SA, SONY alpha
Objektiveigenschaften DG, APO, HSM, RF, OS, CONV
Konvertertauglich MF/MF (1,4x/2x)
Bildwinkel (diagonal) 46,8° – 5°
Optischer Aufbau (Linsen/Gruppen) 22 Linsen in 16 Gruppen
Kleinste Blende (F) 22
Naheinstellgrenze (cm) 50-180 cm
Größter Abbildungsmaßstab 1:3,1
Filterdurchmesser (mm) 95 mm
Abmessungen – AD x Länge (mm) ca. 104,4 x 219 mm
Gewicht (g) ca. 1970 g

Wie ihr sieht, es hat ein ordentliches Gewicht um herumzuschleppen und die Länge wird natürlich zum Thema für die Fototasche oder Fotorucksack. Das Gewicht ist dann mit Stativschelle und der tulpenförmigen Gegenlichtblende: 2.1 Kg. Das Kampfgewicht an meiner D 800 ist somit rund 3.1 Kg.

Ich habe grosse Hände und mir liegt es gut in den Händen. Die mitgelieferte Stativschelle kann zum Freihand-Fotografieren entfernt werden. Ich schätze es aber als Stütze und guten Griff. Man kann auch leicht von Quer-zu Längsformat wechseln.  Natürlich hat es einen Lock Schalter bei 50mm um zu verhindern dass das Objektiv ausfährt wenn man es herumträgt und nach unten hält. Das Drehzoom geht anfangs etwas streng, soll aber nach Gebrauch besser werden. Ich persönlich finde es nicht sehr störend. Gewöhnungsbedürftig ist dass der Dreh des Zooms in die entgegengesetzte Richtung geht als ich es gewohnt bin. Damit kann ich aber leben.

Was mich brennend interessierte war oder ist immer noch die Qualität wenn ich es aus freier Hand benützen will.  Ich wollte Ergebnisse für mittlere Blende, Offenblende und kleinere Blende. Mir bieten sich immer wieder Situationen wo ich das Stativ nicht einsetzen kann. Es ist ein Unterschied ob man in ein Naturschutzgebiet geht, an einem Standort alles aufbaut und auf die Vögel wartet oder ob man unerwartet auf einen Hirsch in freier Wildbahn triff.

Wichtig war mir auch der Autofocus, wie gut oder schnell reagiert er.

Es dauerte einige Tage bis es mein Zeitplan zuliess, das Bigma zu testen. Da es kein f 2.8 ist, muss man sich natürlich bewusst sein dass man bei schlechtem Wetter , beginnender Dunkelheit oder z. B. in einer Halle mit den Iso hochfahren muss. Also für Anhänger die nur mit niedriger Iso fotografieren wollen ist es dann weniger geeignet.  Natürlich würde ich diese Linse gerne nehmen mit durchgehend f 2.8 bei gleichem PreisJ

Vorteile: gutes Preis-Leistungsverhältnis, idealer Zoombereich für Zoobesuche oder Tiere in freier Wildbahn. Auch an einer Veranstaltung kommt einem der Brennweitenbereich zu Gute.  Der Zoombereich ist auch im Zoo perfekt einsetzbar und man muss unter Umständen nicht einmal die Linse wechseln.

Nachteile: der f stop ist sicherlich nicht optimal wenn man kein Freund von hohen Iso’s ist. Die Iso müssen natürlich hoch wenn es bereits eindunkelt, ein sehr trüber Tag ist oder wenn man die Zeit gesetzt hat für Sportfotografie oder Tiere in Bewegung.

Wenn man die Linse lange herumtragen muss oder lange aus freier Hand  fotografiert hängt das Gewicht schon etwas an.

Es braucht etwas Übung um die Kamera freihand ruhig zu halten. Der OS hilft ein wenig aber nicht vollständig.

Mein persönlicher Eindruck:  ( nach dem ersten Testen)

Wenn man keinen Sponsor hat, ist es erschwinglich für den Geldbeutel und bietet doch nette Bilder wenn man die Regeln beachtet.

An der D 800 nur zu empfehlen wenn man kein Problem hat mit den Iso hochzufahren oder nur bei schönem Wetter zu fotografieren.

Das Gewicht ist für mich oberstes Limit. Ich spreche nicht von mit dem Auto zum Knipsort zu fahren und zu knipsen. Ich spreche davon, das Objektiv ein paar Stunden herumzutragen.

Es weist fast keine Vignettierung auf, wenn, dann sehr dezent.

Der Autofocus ist okay, könnte für meinen Geschmack noch etwas zackiger sein.

Fotografieren aus freier Hand ist möglich wenn man übt eine ruhige Hand zu haben und nicht gerade ein Zärtelchen ist.

Die Qualität der Bilder ist gut und der Brennweitenbereich ist natürlich ideal.

Anbei nun ein paar Testbilder. Dazu stehen ein paar Daten und ev. noch einen kleinen Kommentar von mir. Getestet habe ich bis anhin nur aus freier Hand und mit einem Dreibeinstativ. Als Nächstes werde ich dann noch prüfen wie ich mit einem Monopod arbeiten kann. Wäre leichter und bei gewissen Gelegenheiten weniger sperrig.

Pfau_1

500mm, f 6.3  640 s Iso 200  aus freier Hand

Pfau_2

Ausschnitt aus dem prächtigen Federnkleid, Datas siehe oben. Alles gleich bis auf die Zeit welche nur 400s war.

Pfau_3

Hier eine Brennweite von 210mm, f 6.3  500s Iso 200 ebenfalls aus freier Hand

krumme-Zaehne

dürfte bei meinem Geschmack einen Tick schärfer sein bei 290 mm f 7.1 1000s, 200 Iso und freihand. Aber der Kerl kaute wie wild auf dem Ast rum

Vogelportrait

Hier war der Autofocus gefragt. Konnte mich Gott sei Dank am dunklen Auge ausrichten. Sein Gefieder war ziemlich ähnlich mit dem Hintergrund. hier weiss ich nicht mehr ob freihand odre Stativ, ich glaube zweiteres

Panda_1

Krasser Fehler meinerseits welcher zu Unschärfe führte. Man beachte die Zeit im Verhältnis zur Brennweite.Shame on me! Dieser Kerl war sehr aktiv, hätte die Iso und Zeit drastisch hochschrauben müssen.  f 6.3 200s bei 500 mm, freihand

Storch_1

Hier mal ein anderer f stop, nämlich 9, 500s bei 500mm,  Die Knospen an den Weiden sind unscharf da es sehr stark gewindet hat. Dieses Bild ist leicht zugeschnitten. Auf dem folgenden Bild sieht man eine dezente Vignettierung.

Storch_2

mit dieser dezenten Vignettierung kann ich leben

Storch_3

Ausschnitt des oberen Bildes

Advertisements
Kategorien:FototechnikSchlagwörter:, , ,

7 Kommentare

  1. Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden und das ist auch gut so. Dabei habe ich nicht wirklich etwas an den Fotos auszusetzen. Die sind super. Mich stört nur das zuviel an Schärfe :-), vor allem bei den Fotos 1 und 6 (!). Die Schärfenebene liegt bei Foto 6 halt weit vorne, das hintere Auge fällt bei der knappen Tiefenschärfe schon leicht in den Unschärfebereich. Das war für den Autofokus auch schwierig mit dem Gras vor dran. Zumindest schaut es für mich nicht nach Bewegungsunschärfe aus, was dann doch für Deine ruhige Hand und die Bildstabilisierung spricht. Das vierte finde ich dagegen angenehmer von der Schärfe her weil es auf mich natürlicher wirkt. Deshalb würde mir selbst die Schärfe vollauf genügen. Das Bokeh ist übrigens super weich und schön. Ich denke das war ein guter Kauf. Mit der D800 und den passenden Objektiven hat man bei überschaubarem Budget eine Qualität die über jeden Zweifel erhaben ist. Mir fällt noch auf dass das Filtergewinde riesig ist. Da kannst Du Dich glücklich schätzen dass das Lee Filter System so variabel ist. Ich wollte mir die Kosten für Schraubfilter gar nicht erst vorstellen.
    Viel Spass und beste Grüsse,
    Gilles

    • Hi Gilles

      Nun zur Schärfe, das fällt auf eine gewisse Bequemlichkeit zurück. Wie du weisst muss ich die Bilder extrem stark runterrechnen um ins Web zu stellen. Theoretisch müsste ich jeweils ein Duplikat vom Bild haben, auf 1000 px Breite runter und dann erst schärfen. Die Schärfe ist natürlich auf die volle Auflösung ausgerichtet. Ich wüsste theoretisch schon wie’s geht aber manchmal bin ich faul. Und anstatt am Pc zu sitzen bin ich lieber hinter der Cam und draussen. Beim Panda Bild hast du Recht. Der starke Wind hat die Bambusblätter stark bewegt und der kleine Zwerg stand keine Sekunde still, ziemliche Herausforderung. Das mit der Tiefenschärfe ist halt so eine Sache, ich liebe halt das Freistellen und ja, über das Bokeh lässt sich nicht meckern. Mit dieser Linse werde ich wohl kaum mit dem Lee Filter arbeiten.Daher stört mich das Gewinde nicht. Und der mitgelieferte Köcher ist genial. Es ist eigentlich fast eine kleine Fototasche mit Trageriemen. Die Innenpolster kann man entfernen und die Linse mit aufgesetzter Sonnenblende verstauen, super Ding. Es ist eigentlich für Tierfotografie gedacht oder wenn mich mal Paparazza mässig der Floh juckt:-) Wenn ich vor George Clooneys Villa in Como lauern will:-) dann kommt diese Linse zum Einsatz. Handkehrum habe ich den leisen Verdacht dass ich mit diesem Monster auf einem Schlauchboot im Atlantik über Bord gespült werde weil ich mit diesem Gewicht die Balance nicht halten kann. Für den Moment muss mir die Linse einfach genügen. Wie gesagt, ist einfach nicht lichtstark genug. Wie oft bin ich draussen und es ist vom Wetter her eher düster. Vielleicht muss ich meine hohe Isozahl Phobie überwinden.Und meine Hand ist alles anders als ruhig. Ich werde mir nun die Tipps vom Sportschützen zu Herzen nehmen und die Uebungen durchführen. So gelobe ich dass ich bei den nächsten Schüssen, die Schärfe erst im Nachhinein anpassen werde;-) Ehrenwort:-D

  2. Das ist doch eine klasse Ausbeute. Da hat sich der Kauf doch gelohnt. Respekt für das tapfere Herumtragen dieser doch recht schweren Ausrüstung. Aber die Fotos sind die Mühe wert. Ich kenne mich mit Tierfotografie nicht aus, aber wenn ich andere Webseiten von Naturfotografen anschaue, geht das hier mit der Schärfe in Ordnung. Ist halt wie immer eine Frage des persönlichen Geschmacks. Ich denke aber auch, es wäre mal einen Versuch wert, die ISO Zahl hochzuschrauben, wenn es das Wetter mal wieder nicht gut mit dir meint.
    Gerade bei deiner tollen Kamera ist da doch Reserve nach oben!
    Trotzdem allzeit gut Licht
    Kiki

    • Liebe Kiki Danke für deine Meinung. Genau, die Schärfe ist teilweise eine Frage des Geschmackes, muss aber Gilles Recht geben, es ist etwas zu scharf. Aber wie ich in meiner Antwort an ihn geschrieben habe, ich war etwas faul und habe kein Duplikat angelegt, die Grösse von über 7000 px reduziert auf 1000. Somit passt die Schärfe bei voller Auflösung perfekt. Manchmal bin ich schon etwas faul und bequem. Hm…. die D 800 ist leider nicht ideal um Iso hochzuschrauben. Da hätte ich mir die D 4 kaufen sollen. Oder besser gleich beide. Die D 4 für Tieraufnahmen und die D800 für’s Studio. Aber im Fotogeschäft nehmen sie keine Kieselsteine vom Garten an Zahlung:-) Bei Iso 600 ist für mich Schluss, danach gefällt es mir nicht mehr. Auch wenn ich später im PS korrigiere, neee, geht für mich wirklich nur im äussersten Notfall. Aber ich werde weiter auf die Pirsch gehen und schauen was ich aus dem Bigma rausholen kann Schönes Weekend wünscht dir Thee

  3. ich konnte das objecktiv einen tog im zoo testen,war hell auf begeistert,nur am ende des tages hat mir das gewicht die lust auf Fotos genommen

    • HI Das Objektiv ist prima wenn es hell genug ist. Wenn der Tag düster ist oder es eindunkelt, ist die Lichtstärke nicht ausreichend. Ausser du verwendest Stativ. Aber Tiere sind ja immer in Bewegung und du hast eine schnelle Verschlusszeit, dann wird’s knapp. Mit dem Gewicht ist es so eine Sache, alle diese Zoom’s sind schwer. Ich verwende den Sunsniper, so ist es kein Problem zum tragen Was mir Mühe machte war, wenn ich es in die Luft halten wollte für fliegende Vögel. Diese Position ging ganz schön in die Arme! LG Thee

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: