ND Filter oder Graufilter


Gerade wenn ihr damit beginnt, mit ND Filtern oder auch Graufiltern genannt, zu arbeiten, seid ihr vielleicht irritiert wegen den Bezeichnungen. Ihr habt eine Zahl auf eurem Filter, euer Kollege eine ganz andere Bezeichnung. Das kommt daher dass diverse Marken welche ND Filter anbieten eine andere Bezeichnung angeben.  Die Einen geben  die Dichte an, die Anderen den Verlängerungsfaktor oder f Stop. Dazu habe ich unten eine kleine Tabelle eingefügt wo ihr vergleichen könnt.

Vielleicht rauft ihr euch auch die Haare, welchen Filter brauche ich. Das kann man generell nicht einfach in einem Satz sagen.

Zuerst die Frage welche Marke. Nun, das hängt von euch ab. Wie oft wollt ihr den Filter verwenden ? Wollt ihr nur ein paar Mal einen Wasserfall „weich “ darstellen, oder ab und zu mal einen Gebirgsbach ? Dann müsst ihr euch preislich ja nicht so ins Zeug legen. Gute Filter gehen schnell mal ins Geld ! Man muss ja auch bedenken dass eventuell eure Objektive nicht den gleichen Durchmesser habt. Das Weitwinkel eventuell 77 und das Zoom 67 etc. Dann braucht man ja noch diverse Durchmesser. Daher empfehle ich, erstmal mit dem Weitwinkel beginnen. Wenn man dann ein Langzeitbelichter-Freak wird, da kann man ja dann expandieren 🙂

Kommt ihr aber auf den Geschmack, für was man den ND Filter so alles einsetzen kann, dann empfehle ich eine gute Marke welche halt ihren Preis fordert. Aber man merkt dann den Unterschied schon , ob das Glas mehrfach vergütet ist und wie es sich mit den Farbstichen verhält. Dies kann man ja dann noch im Photoshop korrigieren. Einige Filter erzeugen Farbstiche, ich möchte hier aber keine Marke anprangern. Ihr könnt ja vor dem Kauf googeln 🙂 Achtet auch auf die Aussage ob der Filter allenfalls vignettiert oder nicht.

Auch die guten Filter erzeugen einen normalen Farbstich wenn man tagsüber lange belichtet. Dies ist ein physkalischer Vorgang und hat mit dem Transmissionswert zu tun wenn die Messung 660 Nanometer Wellenlänge überschreitet. Dieses Phänomen bietet sich wohl bei allen Graufiltern aber einer Stärke von 1000x

Dies korrigiert man entweder gleich in der Cam im Weissabgleich oder später im Photoshop oder Lightroom.

Dann die Frage, welche Stärke brauche ich. Nun, auch dies kann man nicht so generell beantworten. Das kommt drauf an ob ihr mitten an einem sonnigen Tag oder an einem düsteren Tag oder beim Eindunkeln fotografiert.  Und wie euer Geschmack aussieht, das Wasser sehr weich gestalten dass es beinahe wie Nebel daher kommt oder den Effekt nur wenig anwenden. Ihr seht, es hängt von diversen Faktoren ab. Und wie schon einmal in einem Artikel erwähnt, wie lange man belichtet und allenfalls einen Nebeleffekt erzielt ist wirklich Geschmackssache.

Das absolute Perfekte ist wäre natürlich der Vario Filter wo man je nach Begebenheit die Stärke wählt. Mit dem Vario Filter von Hama habe ich leider keine guten  Resultate erziehlt. Ich habe im Winter eine Testreihe zusammen mit Christian Oeler durchgeführt. Die Bilder mit dem Vario Filter waren alle unscharf. Mit gleichen Einstellungen und gleichem Stativ mit anderen Filter, scharfe Bilder.

Nun werde ich oft gefragt, kann ich denn 2 Filter aufeinanderschrauben und einen stärkeren Effekt erziehlen. Natürlich kann man das, muss dann aber einen Vignettierung in Kauf nehmen.

Vielleicht habt ihr nun selber Lust euch ein bisschen in die Langzeitfotografie zu vertiefen. Sei es um Wasser weich zu zeichnen, Wolkenbilder lange zu belichten oder störende Touristen wegzuzaubern. Wünsche euch viel Spass dabei und Mut etwas zu experimentieren.

Neutraldichte
ND, NDx

Durchlässigkeit

Verlängerungsfaktor
Verschlusszeit oder
Filter „ND…X“-fach

Anzahl Blendenstufen
(Rastungen der Blende)

0,0

100 %

1

0,0

0,3

50 %

2

1,0

0,45

35 %

3

1,5

0,6

25 %

4

2,0

0,9

12,6 %

8

3,0

1,0

10,0 %

10

3,3

1,2

6,3 %

16

4,0

2,0

1,0 %

100

6,6

3,0

0,1 %

1.000

10

4,0

0,01 %

10.000

13

5,0

0,001 %

100.000

17

6,0

0,0001 %

1.000.000

20

7,0

0,00001 %

10.000.000

23

8,0

0,000001 %

100.000.000

27

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Kategorien:Uncategorized

4 Kommentare

  1. Auch ich habe Erfahrungen mit Grau(-verlaufs)filtern. Ich würde noch hinzufügen dass, wenn man mehrere Objektive mit verschieden grossem Durchmesser besitzt, es sinnvoll ist sich ein Filtersystem mit einsteckbaren Filtern zu kaufen. Für die einzelnen Objektive braucht man dann nur jeweils einen relativ günstigen Adapterring zu kaufen an den der Filterhalter angesetzt wird. So braucht man nur einmal für die teueren Filter zu berappen. Ein weiterer Vorteil ist dass man mehrere Filter hintereinander stecken kann ohne dass die bei einzelnen Filtern angesprochene Vignettierung auftritt weil der Durchmesser der Filter wesentlich grösser ist als der des Objektivs. Thee hat es schon erwähnt: es ist darauf zu achten dass die Filter von höchster Qualität sind.
    Es gibt auch einen Variofilter aus den USA mit dem man problemlos arbeiten kann. Thee hat bewusst keinen Markennamen genannt. Dann will ich mich auch daran halten ;-).
    LG, Gilles

  2. Da gebe ich dir Recht mit dem Stecksystem. Aber wie verhält sich dies platzmässig ? Wenn du mit dem Vario zufrieden bist darfst du den Namen schon nennen 🙂 Wir haben natürlich nicht alle Vario’s ausprobiert. Wäre gespannt den Namen zu erfahren. Daher nehme ich an dass du keinen Hauch von Unschärfe feststellen konntest ?
    LG Thee

    • Als Stecksystem verwende ich das Lee Filter System.

      http://www.leefilters.com/index.php/camera

      Der Vario-ND Schraubfilter den ich im Sinn habe, aber wegen des hohen Preises nicht besitze, ist folgender:

      http://singh-ray.com/varind.html

      Hier noch ein ausgesuchter Testbericht (von mehreren mit gleichem Ergebnis):

      http://flashraw.com/review-singh-ray-vari-nd-filter

      Dies sind meines Wissens auch die beiden einzigen Hersteller bei denen die ND Steckfilter wirklich farbneutral sind.

      Platz brauchen alle. Ein Steckfilter ist natürlich schlanker als ein Schraubfilter. Wenn man den Filteradapter einrechnet mag es sein dass es auf das gleiche herauskommt. Ich denke wenn man viele Filter besitzt ist das Stecksystem im Vorteil.

      Als 10-fach ND habe ich den Big-Stopper von Lee. Der ist sehr empfehlenswert.

      Die ND Verlaufsfilter sollte man bei Kleinbild/Vollformatkameras in der Version mit hartem Übergang wählen. Die mit weicherem Übergang sind, nach Auskunft von http://www.robertwhite.co.uk/ für die Grossformatobjektive gedacht. Bei Robert White wurde ich sehr gut beraten. Ich denke das ist wichtig bei solchen speziellem Zubehör und deshalb erwähne ich auch den Namen dieses Fachgeschäfts.

      Die Verlaufsfilter würde ich bis maximal 67 mm Aussendurchmesser am Objektiv auch als einfachen ND Filter nutzen (Doppelnutzen!). Der Bereich von reinem Grau bis zu dem Bereich an dem der Übergang ins Durchsichtige beginnt liegt bei nachgemessenen 75mm. Den Adapterring an den man das Filtersystem steckt gibt es in Standard und Slim, also schmal. Der Schmale ist auf jeden Fall für alles unter 35mm Brennweite vorzuziehen.

      LG, Gilles

      • Hi Gilles
        nun, wir waren kürzlich ein ganzer Haufen Fotografen welche mit ND Filter fotografierten. Eine Japanerin, Voll-Profi hatte Steckfilter (ND ) Aber es erschien mir sehr umständlich und ich fand sehr viel Material. Leider konnte ich mich mit ihr nicht verständigen. Ihr English beruhte auf 2-3 Worten:-)
        Ich kenne auch keinen Profi der mit Vario’s arbeitet. Es ist mir ehrlich gesagt zu teuer um noch einen zu kaufen um zu testen 🙂

        Aber mit der Zeit hat man ja seine Lieblingsobjektive mit denen man Langzeitbelichtung macht, dann passt es schon mit den Filtern.
        Der Vorteil den der Steckfilter auch mit sich bringt ist der, arbeitet man z.B. mit 1000 x Stärke (sieht daher nichts mehr ) kann man schön scharf stellen, focussieren, Filter einschieben und abdrücken. Da hat man das Geschraube nicht. Speziell im Winter von Vorteil wenn man gefrorene Finger hat 🙂
        vielen Dank für deine Beiträge, tschüss, LG Thee

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