Fotografie, wo sind die Grenzen ?


Habt ihr euch  auch schon die Frage gestellt, wo die Grenzen sind beim Fotografieren ? Ich meine die Grenzen im ethischen Sinne.

In diesem Artikel lasse ich bewusst die Grenzen in der Erotik-Fotografie aus. Dieses Thema werde ich zu einem späteren Zeitpunkt behandeln.

Nun muss man unterscheiden, ist es Fotojournalismus oder ein Fotograf der ohne Auftrag knipst. Der Fotojournalist muss objektiv Bericht erstatten und dies bildlich dokumentieren. Gut und recht, aber ist es manchmal nicht grenzwertig ? Ich werde den Verdacht nicht los, dass einige Journalisten die Grenzen überschreiten mit dem Ziel, eventuell das Pressefoto des Jahres abzuliefern.

Dazu kommt wohl auch der Druck vom Zeitungsverlag. Wer hat die spektakulärsten Bilder. Aber es ist ja leider unsere Gesellschaft die so richtig gierig ist auf diese Bilder.  Man kann ja zerbombte Gebäude zeigen und jeder macht sich so seine Gedanken. Aber muss es eine Mutter sein die ihr sterbendes Kind im Arm hält ? Das ist ja dann auch nicht mehr objektiv, da wird ja dann gleich eingeteilt, wer sind die Guten und wer die Bösen. Beim recherchieren bin ich auf ein Foto geschossen eines Kindes mit weggeschossener Schädeldecke. Wie kann man so etwas veröffentlichen ?

Und dann hätten wir noch den Rest an Fotografen die Unfälle knipsen.  Damit wir uns verstehen, sie knipsen nicht einfach ein Autowrack oder ein Zug-Wrack. Nein, sie stossen auf einen frischen Unfall und fangen an zu knipsen oder machen gleich ein Video und stellen es auf You tube.

Die haben keine Hemmungen einen leblosen Körper zu fotografieren, je blutiger desto besser.

Da sehe ich schwarz !  Ich denke jedem vernünftigen Menschen ist es klar was zu tun ist wie, Unfallstelle sichern, Hilfe anfordern und Hilfe leisten bis die Profis angerückt sind. Und dann weg vom Geschehen damit die Rettungssanitäter unbehindert ihre Arbeit tun können.

Zurück zur Frage: Wo sind die Grenzen. Ich denke das muss jeder Fotograf mit seinem Gewissen selber ausmachen. Das basiert auch auf seiner Lebensethik.

Ich denke eine gute Faustregel ist doch,  möchtest du dass man ein Mitglied deiner Familie so entwürdigend darstellt, schwer verunfallt, vielleicht mit dem Tode ringend, vielleicht wie jemand als Leiche abtransportiert wird oder reanimiert wird ?

Ich wünsche dass sich jeder Fotograf sensibel die Frage stellt, wo sind meine Grenzen.


Unfall Allermöhe

Fotoquelle: Bild de

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Kategorien:Fotografie philosophischSchlagwörter:, ,

2 Kommentare

  1. Der Artikel beginnt mit einer Frage zu einem sehr schwierigen komplexen Thema.

    Sicherlich ist es so dass das ethische Bewusstsein von manch einem (Kriegs-)Fotografen genauso ausgehungert ist wie die von ihnen fotografierten hungernden Kinder und wahrscheinlich ist die Seele von manch anderem Fotografen genauso ausgebrannt wie die brennenden Häuser aus denen Mütter ihre toten Kinder tragen. Wer als Profi ständig das Leid der Menschen oder auch von Tieren dokumentiert, der muss ein dickes Fell haben um nicht zu Grunde zu gehen. Er muss den Spagat schaffen zwischen Aufmerksamkeit erregen, den Forderungen des Arbeitgebers nachkommen, die Realität zu dokumentieren und nicht zuletzt seinem eigenen Ehrgeiz als Fotografen gerecht zu werden. Wo setzt man da die ethische Grenze was gezeigt werden darf und was nicht.

    Ich meine die eigentliche Frage ist wie viel Elend (Grausamkeit) „muss“ ein sozialdokumentarisches Foto zeigen um nicht in der Flüchtigkeit Millionen anderer Bilder zu ertrinken und in dem Fall belanglos zu werden?

    Was den ganz normalen Reportagealltag betrifft bin ich ganz Deiner Meinung. Das zerstörte Auto zu zeigen reicht völlig aus um sich vorstellen zu können wie die Geschichte ausgegangen ist.

    Wo ich auch Deiner Meinung bin ist dass jeder Fotografierende sich die Frage stellen sollte was ethisch vertretbar ist. Bei meiner letzten Reise nach Indien und Nepal z.B. waren wir zu Dritt unterwegs. Der Eine beharrte auf seinem „Recht“ das dort übliche Verbrennen von Leichen zu fotografieren. Schlimmer noch, er baute sein Stativ vor dem Scheiterhaufen auf und hielt mit seinem Teleobjektiv voll drauf. Das ist dann wirklich krass daneben. Ein andres Mal durften wir einer Gebetszeremonie in einem Kloster beiwohnen. Einer der Mönche bat uns darum keine Fotos zu machen. Mein Mitreisender und noch eine mir fremde Person nutzten dennoch jeden Augenblick der Unaufmerksamkeit der Mönche zum fotografieren. Unter anderem wegen solchen Meinungsverschiedenheiten war es die letzte gemeinsame Reise. Das sind dann auch die gleichen Leute die z.B. auf den Ayers Rock in Australien steigen obwohl die Einheimischen darum bitten dass man nicht hochsteigt weil der Monolith für sie heilig ist.

    Mich ärgert solches Verhalten und ich hoffe dass Artikel wie der Deine dazu beitragen dass sich mehr Menschen mit dem Thema beschäftigen.

  2. Vielen Dank für deine tolle, ausführliche Meinung. Auf Reisen ist es halt so, ich bin natürlich auch oft etwas frustriert wenn fotografieren nicht erwünscht ist, muss es aber respektieren. Bei meinem Besuch im Kloster habe ich Lama Tenzin gefragt, was darf ich , was nicht.
    Was die Fotojournalisten betrifft, eigentlich können die wohl anders, ich denke wir, die Leser sind manchmal so dekadent. Wir wollen ja Action pur, sei es in der Presse oder im TV.
    Schönen Tag wünscht Thee

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